„Bleiben Sie gesund!“

Unsere Lebensweise hat einen ganz entscheidenden Einfluss auf unsere Gesundheit! Ich erlebe täglich in meiner Praxis, dass eine ausgewogene, gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung für die Gesundheit bis ins hohe Alter entscheidend sind. Mit viel Fett und Zucker kann man sich dagegen buchstäblich krank und depressiv futtern.

Die Frage wie man leben soll um gesund zu bleiben beschäftigt uns Menschen seit den Anfängen der Heilkunde. Ich möchte Ihnen auf dieser Seite einige Ratschläge anbieten, wie Sie selbst Ihre Lebensweise so gestalten können, dass Sie Ihre Gesundheit und Ihr Wohlbefinden fördern. In jedem Fall scheint es doch besser, einer Krankheit durch gesunde Lebensweise vorzubeugen, als im Nachhinein Medikamente schlucken zu müssen. Auch wenn schon eine Erkrankung vorliegt, kann man selbst den Verlauf durch gesunde Ernährung und Bewegung günstig beeinflussen.

Die Empfehlungen auf dieser Seite stützen sich auf Empfehlungen der Fachgesellschaften, wie beispielsweise der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) sowie auf die medizinische Fachliteratur.

Grundsätzlich gilt: Mit Ernährung und Bewegung besitzen Sie selbst hoch wirksame Mittel zum Erhalt der Gesundheit. Sie können hierbei frei entscheiden: Niemand kann an Ihrer Stelle gesund essen oder für Sie Sport treiben. Vitaminpillen ersetzen keine gesunde Ernährung.

Richtig gutes Essen hält Leib und Seele zusammen

  1. Essen Sie ausreichend Gemüse und Obst. Die DGE empfiehlt 5 Portionen am Tag.
  2. Pflanzliche Öle (Raps-, Olivenöl) sind aus gesünderen Fetten zusammengesetzt als tierische Fette wie beispielsweise Butter. Einige Öle wie beispielsweise Leinöl enthalten darüber hinaus wichtige Spurenelemente wie Zink.
  3. In Maßen genossen gehört Fleisch zu einer gesunden Ernährung.
  4. Hülsenfrüchte (rote Linsen, Kichererbsen, Bohnen) sind eine wichtige Quelle für gesundes Eiweiß. Sie enthalten große Mengen an Ballaststoffen, die für die Darmflora und das Immunsystem gut sind.
  5. Trinken Sie ausreichend – die DGE empfiehlt, am Tag mindestens 1,5 Liter zu trinken. Getränke, die Zucker, Süßstoff oder Alkohol enthalten, sind auf Dauer nicht gut für die Gesundheit.
  6. Gönnen Sie Ihrer Leber und Bauchspeicheldrüse regelmäßige Pausen. Essen Sie nicht mehr als drei Mahlzeiten pro Tag und verzichten Sie auf Snacks zwischendurch.
  7. Nehmen Sie sich Zeit und genießen Sie Ihre Mahlzeit.

Vom Unsinn der Vitaminpillen

„Ich fühle mich zu oft traurig, müde und erschöpft. Ich bin ständig krank und glaube, mein Immunsystem liegt am Boden. Ich möchte bitte die Vitamine und Spurenelemente in meinem Blut untersucht haben. Ich glaube ich habe einen Mangelzustand und möchte wissen, was ich dagegen einnehmen soll.“

Wie futtere ich mich krank und traurig?

Zahlreiche Lebensmittel sind heute industriell verarbeitet. Sie sind schnell und bequem zubereitet. Oft haben sie mehrere Verarbeitungsschritte durchlaufen und enthalten meist viele Zutaten und Zusatzstoffe. Teils können sie viel zu viel Fett, Zucker und Salz enthalten, aber wenig Nährstoffe wie Vitamine, Spurenelemente oder die für unser Mikrobiom so wichtigen Ballaststoffe. Wer sich überwiegend mit hoch verarbeiteten Lebensmitteln ernährt, bekommt also zu viel Energie in Form von Fett und Zucker, erleidet aber gleichzeitig einen Nährstoffmangel. Eine solche Ernährung kann die Entstehung von Bluthochdruck, Herz- und Gefäßkrankheiten sowie Diabetes fördern, Nährstoffmangel macht uns zusätzlich krank.

Geschickte Vermarktungsstrategien der Hersteller können den Eindruck entstehen lassen, Nahrungsergänzungsmittel in Form von Vitamin- und Mineralstoffmischungen seien gesundheitlich unbedenklich, sinnvoll, oder gar notwendig. Oft stellt sich nicht mehr die Frage, ob überhaupt Supplemente eingenommen werden sollen, sondern nur noch welche. Dabei sind oftmals weder die Dosis der einzelnen Nährstoffe, noch ihre Mengenverhältnisse im Mischpräparat, noch ihre Wirksamkeit und Verträglichkeit nach medizinisch-wissenschaftlichen Kriterien untersucht und nachgewiesen.

Nutzen für das Immunsystem nicht nachgewiesen

Mikronährstoffe wie beispielsweise die Vitamine C, B6 oder B12 oder die Spurenelemente Zink oder Selen sind nicht nur für ein gesundes Immunsystem unentbehrlich. Die einzelnen Nährstoffe wirken in einem hoch komplexen Stoffwechselsystem zusammen. Soweit heute bekannt ist, kann die Einnahme einzelner Vitamine und Spurenelemente je nach der Dosis Immunmechanismen sowohl fördern als auch unterdrücken. Aussagen über den Einfluss bestimmter Nahrungsergänzungsmittel auf das Immunsystem sollte man daher sehr kritisch betrachten.

Mögliches Risiko für Herz–Kreislauf–Erkrankungen bei falscher Dosis

Je mehr die Medizin auf diesem Gebiet dazulernt, desto häufiger findet sich, dass die Wirkung von Vitaminen und Spurenelementen von der aufgenommenen Menge abhängt: Zuviel des Guten kann das Gegenteil bewirken. Beispielsweise können Omega-6-Fettsäuren einerseits das Risiko mindern, an Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erkranken. Eine Studie der Medizinischen Fakultät Mannheim konnte 2024 zeigen, dass ein Zuviel dieser Fettsäuren frühe Stadien der Gefäßverkalkung einleiten und damit wiederum Herz-Kreislauferkrankungen begünstigen kann. Schon im November 2023 hatte das Bundesamt für Arzneimittel eine Warnung veröffentlicht, dass Omega-3-Fettsäuren bei Herzpatienten das Risiko für Vorhofflimmern erhöhen können.

Meist kein Schutz vor Krebs – Krebsrisiko bei falscher Dosis oder Kombination

2014 wurde gezeigt, dass die zusätzliche Einnahme von Vitamin E und Selen bei Männern ohne nachgewiesenen Mangelzustand das Risiko erhöht, an Prostatakrebs zu erkranken. Das deutsche Krebsforschungszentrum rät schon seit langem von Nahrungsergänzungsmittel-Pillen zur Krebsvorbeugung ab und empfiehlt stattdessen Bewegung und eine ausgewogene Ernährung.

Der beste Weg zur Gesundheit führt über ausgewogene Ernährung und Bewegung!

Sofern also keine organische Erkrankung vorliegt, enthält eine ausgewogene Diät mit (auch rohem) Gemüse, Obst, Eiern, Milch und Fleisch alle Mikronährstoffe, die der Körper braucht, und zwar in einer Form, die er aufnehmen und verwerten kann. Eine wichtige Rolle beim Erhalt der Gesundheit spielt auch die körpereigene Darmflora. Eine an Ballaststoffen und ungesättigten Fettsäuren reiche Diät, ergänzt durch milchsaure Speisen wie Joghurt, Sauerkraut oder Kimchi wirkt sich günstig auf den Stoffwechsel der Darmzellen und Darmbakterien aus.

Nahrungsergänzungsmittel sind bei Gesunden nur bei besonderen Ernährungsformen wie beispielsweise streng veganer Diät oder in besonderen Lebenssituationen wie z.B. der Schwangerschaft und Stillzeit sinnvoll und notwendig. Die aufwändige und teure Bestimmung von Vitaminen und Spurenelementen im Blut ist daher meist medizinisch sinnlos und muss zu Recht selbst bezahlt werden.

Zu guter Letzt: Es erscheint eigentlich widersinnig, den durch „Industrienahrung“ verursachten Nährstoffmangel durch „Industrievitaminpillen“ auszugleichen, wenn jeder Supermarkt um die Ecke reichlich frische oder frisch eingefrorene, nährstoffreiche Lebensmittel bereithält, die Bäcker frisches gutes Vollkornbrot und die Metzger Fleisch von hoher Qualität aus kontrolliert guter Tierhaltung anbieten.

Arbeit macht das Leben süß…

  1. Bewegung hat großen Einfluss auf die Gesundheit. Wer sich täglich mindestens 30 Minuten bewegt, stärkt seine Abwehrkräfte, beugt Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor und fühlt sich entspannter und besser gelaunt.
  2. Bewegung geht auch außerhalb des Fitnesscenters, in normaler Alltagskleidung und ohne Gerätschaften: Nehmen Sie einfach mal die Treppe anstelle des Aufzugs oder steigen eine Station früher aus der U-Bahn und laufen den Rest des Weges. Gönnen Sie sich eine halbe Stunde Spazierengehen in der Mittagspause oder nach der Arbeit.
  3. Mit anderen Menschen zusammen machen Bewegung und Sport noch mehr Spaß.

…Faulheit stärkt die Glieder!

  • Im Schlaf erholt sich der Körper. Am besten legen Sie für sich eine bestimmte Zeit fest, zu der Sie schlafen gehen, um Ihre „innere Uhr“ in Gang zu halten.
  • Kaffee am Abend hält wach – wussten Sie schon, dass auch Alkohol und Tabak den gesunden Schlaf stören?
  • Sorgen Sie abends für gedämpftes Licht und Dunkelheit im Schlafbereich.
  • Gönnen Sie sich einfach zwischendurch mal Zeit, nichts zu tun: „Schalten Sie ab“ – nämlich die elektronischen Geräte, setzen Sie sich irgendwo hin wo es ruhig ist, schließen die Augen. Die Gedanken kommen besser zur Ruhe, wenn man sich beispielsweise auf die eigene Ein- und Ausatmung konzentriert.
  • Auch Yoga, Tai Chi oder ähnliche Methoden sind gut für die Seele.

Lachen hält gesund, Mitgefühl macht glücklich

Zugegeben, die Zeiten sind nicht einfach. Wird das Leben aber besser, wenn wir nur noch mit grämlichen Gesichtern zu sehen sind und zum Lachen den Keller aufsuchen? Darf es nicht vielleicht mal wieder „bitte“ und „danke“ heißen statt „jetzt sofort“?